Aufschwung im Baugewerbe - auch Industrieproduktion im August leicht im Plus
Die Produktion im Baugewerbe hat im August stark angezogen. Im Vergleich zum Vormonat legte sie nach vorläufigen Zahlen um 9,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Auch die Industrieproduktion entwickelte sich demnach leicht positiv, während die Energieproduktion zurückging. Das gesamte Produzierende Gewerbe steigerte seinen Output so um 2,0 Prozent.
Im Juli war die Produktion noch rückläufig. Das Statistikamt revidierte seine vorläufige Zahl noch weiter nach unten, auf minus 1,2 Prozent. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich ergibt sich für das gesamte Produzierende Gewerbe von Juni bis August angesichts der soliden jüngsten Zahlen dennoch ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber den drei Monaten zuvor.
Das starke Plus im Baugewerbe kann nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums zum Teil auf den "Bauabschluss eines größeren Energieinfrastrukturprojekts" zurückgeführt werden. Allerdings befinde sich der Hoch- und Tiefbau schon seit Frühjahr auf Erholungskurs.
"Unabhängig von diesem Sondereffekt setzt der restliche Bausektor trotz des gestiegenen Zinsniveaus seinen Erholungskurs fort", erklärte auch das Bundeswirtschaftsministerium. "Gestützt wird er dabei auch von öffentlichen Aufträgen zur Modernisierung der Infrastruktur."
In der Industrie wirkte sich insbesondere der Maschinenbau mit einem Plus um 5,3 Prozent positiv aus. Auch wurden 3,5 Prozent mehr Metallerzeugnisse und 1,2 Prozent mehr elektrische Ausrüstung hergestellt. In der Autoindustrie ging die Ausbringung hingegen um 5,4 Prozent zurück. Das Statistische Bundesamt verweist dabei auf den Verband der Automobilindustrie, der diesen Rückgang teilweise auf die branchenüblichen Werksferien zurückführt, die 2026 stärker als im Vorjahr in den August fielen.
Einen Rückgang gab es auch in den energieintensiven Industriezweigen, die 0,5 Prozent weniger produzierten. Im Dreimonatsvergleich war die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen sogar 2,9 Prozent niedriger. "Während Werksmodernisierung und -ferien im Kfz-Sektor im Sommer für Dämpfungen sorgen, lässt der Impuls der energieintensiven Industrien im Zuge der Krise in der Golfregion nach", erklärte das Wirtschaftsministerium.
"Der Industrieproduktion werden dieses Jahr immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen", erklärte Sebastian Wanke von der Förderbank KfW. "Im August waren es die niedrigen Pegelstände des Rheins, einem zentralen Transportweg der deutschen Wirtschaft." Vor diesem Hintergrund seien die aktuellen Zahlen zur Produktion "bemerkenswert gut".
R.Buglione--LDdC