Ukraine-Krieg: Feuerpause in Stadt Oleschky zu Ende gegangen
Die sechstägige Feuerpause in der russisch besetzten südukrainischen Stadt Oleschky ist zu Ende gegangen. "Die vom 27. Oktober bis zum 1. November geltende Waffenruhe ist beendet", erklärte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez am Sonntagabend. Die Feuerpause sei ein "wichtiger Schritt in unseren gemeinsamen humanitären Bemühungen" gewesen. Er arbeite nun mit der russische Menschenrechtsbeauftragten Jana Lantratowa an weiteren humanitären Initiativen, erklärte Lubinez.
Die nach Angaben des Weißen Hauses von US-First-Lady Melania Trump vermittelte Waffenruhe für Oleschky in der Region Cherson war am Dienstag in Kraft getreten. Sie endete am Sonntagabend um 22.59 Uhr Ortszeit (21.59 Uhr MEZ). Es handelte sich um die längste Waffenruhe seit Kriegsbeginn im Februar 2022.
Russland hatte nach ukrainischen Angaben eine Verlängerung der Feuerpause abgelehnt. Ein ranghoher ukrainischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntagabend wenige Stunden vor Auslaufen der Waffenruhe, das Außenministerium in Kiew habe Moskau eine Verlängerung vorgeschlagen. "Die Russen wollen nicht", fügte er hinzu.
Die Feuerpause sollte angesichts gravierender Engpässe bei Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten eine Versorgung der Bevölkerung, Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten ermöglichen. Am Samstag waren aus Oleschky evakuierte Menschen über Russland und Belarus im Norden der Ukraine eingetroffen und hatten dort ihre Angehörigen wiedergesehen.
Die Stadt Oleschky liegt am Ufer des Dnipro in der Region Cherson im von Russland besetzten Süden der Ukraine und wird von beiden Armeen in die Zange genommen. Russland hatte die Stadt schon 2022 erobert. Von ursprünglich 24.000 Einwohnern sollen sich vor der nun erfolgten Evakuierungsaktion noch etwa 2000 in der Stadt aufgehalten haben.
L.Giordano--LDdC