Trump: Beilegung des Ukraine-Kriegs scheitert an Selenskyj, nicht an Putin
US-Präsident Donald Trump hat dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj vorgeworfen, dass eine Vereinbarung zur Beendigung des Ukraine-Kriegs an ihm und nicht an Kreml-Chef Wladimir Putin scheitere. "Russland würde gerne einen Deal machen", sagte Trump am Samstag (Ortszeit) auf dem Regierungsflughafen Joint Base Andrews vor Reportern. "Aber aus welchen Gründen auch immer will Selenskyj keinen Deal machen."
Der US-Präsident verwies auf ein Telefonat, das er am Freitag mit dem russischen Staatschef geführt hatte. "Präsident Putin würde gerne eine Vereinbarung sehen, dringend", versicherte Trump. Zugleich kritisierte er Selenskyj, weil dieser seit Kriegsausbruch Anfang 2022 keine Präsidentschaftswahl abhalten ließ. "Ich denke, er sollte eine Wahl abhalten und er hätte diese Sache schon viele Male regeln können", sagte Trump.
Der wegen hoher Spritpreise unter Druck stehende US-Präsident hatte ungeachtet der Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs am Freitag einen Diesel-Deal mit Moskau geschlossen. Russland werde hunderttausende Tonnen Dieselkraftstoff liefern, kündigte Trump an.
Nach scharfer Kritik Selenskyjs an der Entscheidung forderte Trump am Samstag dessen Ablösung. Es sei "an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt", der bereit sei, den Krieg mit Russland zu beenden, sagte Trump. In letzter Zeit hatte Trump Selenskyj wiederholt für ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien kritisiert.
Als Reaktion auf Trumps Diesel-Deal kündigten die Bundesregierung, die EU und Großbritannien an, an ihren Sanktionen gegen Russland festzuhalten. Sie setzen weiter darauf, Russland damit Finanzmittel zur Fortführung seiner Angriffe auf die Ukraine zu entziehen und Moskau zum Einlenken im unerbittlichen Krieg gegen die Ukraine zu bringen.
A.Famiglietti--LDdC