Weiter Suche in Nepal nach Überlebenden der Sturzflut - Zahl der Toten erneut gestiegen
Nach der Rettung zweier Verschütteter gut eine Woche nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya haben Einsatzkräfte in Nepal am Samstag weiter nach möglichen Überlebenden gesucht. Laut einem Armeesprecher wurde die Suche unter anderem in dem Tunnel des Wasserkraftwerks Trishuli 3A fortgesetzt, in dem die beiden am Freitag geretteten Arbeiter gefunden worden waren.
Mindestens zwölf Wasserkraftwerke wurden durch die Katastrophe am Mittwoch vergangener Woche zerstört. Seit der Sturzflut werden hunderte Arbeiter vermisst, die in Wasserkraftwerken oder auf Baustellen für neue Staudämme gearbeitet hatten. Nepals Regierung war zunächst davon ausgegangen, dass mehr als hundert von ihnen in den verschütteten Tunneln überlebt haben könnten. Bis zu dem Rettungserfolg am Freitag waren aus den Tunneln aber keine Überlebenden geborgen worden.
Die Gesamtzahl der bestätigten Toten stieg mittlerweile auf mindestens 1325, zudem werden insgesamt noch mehr als 5500 Menschen vermisst. In Nepal wurden nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde bislang 1294 Leichen geborgen; 5053 weitere Menschen werden dort noch vermisst. In China meldeten staatliche Medien 31 Tote und 531 Vermisste.
Die Sturzflut hatte am Mittwoch vergangener Woche im Grenzgebiet zwischen Nepal und der autonomen Region Tibet in China ganze Ortschaften zerstört. Ursache der Katastrophe war nach Einschätzung von Fachleuten ein Gletscherabbruch am mehr als 7000 Meter hohen Berg Langtang Lirung in Nepal. Eine dadurch ausgelöste riesige Flutwelle aus Wasser, Schlamm und Geröll schoss durch enge Flusstäler und riss auf beiden Seiten der Grenze Häuser, Straßen, Wasserkraftwerke und Menschen mit.
F.Aiello--LDdC