La Domenica Del Corriere - Wegen Verfolgung von Frauen: Strafgericht erlässt Haftbefehle gegen Taliban-Minister

Börse
DAX 0.09% 25254.21 €
SDAX -0.19% 18160.62 €
TecDAX -0.28% 4070.35 €
MDAX -0.08% 30426.98 €
Euro STOXX 50 0.06% 6242.14 €
Goldpreis -0.06% 4160 $
EUR/USD -0.47% 1.1204 $
Wegen Verfolgung von Frauen: Strafgericht erlässt Haftbefehle gegen Taliban-Minister
Wegen Verfolgung von Frauen: Strafgericht erlässt Haftbefehle gegen Taliban-Minister / Foto: Sanaullah SEIAM - AFP/Archiv

Wegen Verfolgung von Frauen: Strafgericht erlässt Haftbefehle gegen Taliban-Minister

Wegen der Verfolgung von Frauen hat der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen zwei afghanische Minister veröffentlicht, die für die Bildungspolitik in dem Land zuständig sind. Es gebe "hinreichende Anhaltspunkte", dass Bildungsminister Habibullah Agha und Hochschulminister Mohammad Nadim für Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit geschlechtsspezifischer Ausrichtung verantwortlich seien, erklärte die Vorverfahrenskammer am Montag. Diese richteten sich "gegen Mädchen, Frauen und andere Menschen, die sich nicht der Politik der Taliban in Bezug auf Geschlechteridentitäten unterwerfen".

Textgröße:

Die Haftbefehle waren den Angaben zufolge bereits am 9. September 2025 erlassen worden, wurden aber bislang geheim gehalten. Wegen der Diskriminierung von Frauen gibt es darüber hinaus Haftbefehle gegen Taliban-Anführer Haibatullah Achundsada und den Vorsitzenden des Obersten Gerichts, Abdul Hakim Hakkani.

Agha und Nadim sind enge Vertraute Achundsadas und spielen eine große Rolle bei der Aufrechterhaltung des Ausbildungsverbots für Mädchen. In Afghanistan dürfen Mädchen keine weiterführenden Schulen besuchen. Außerdem sind sie von der Hochschulbildung ausgeschlossen.

Unterdessen forderte der UN-Menschenrechtsrat die Taliban-Regierung dazu auf, alle Praktiken zu beenden, die die Grundfreiheiten von Mädchen und Frauen einschränken. Eine entsprechende Resolution wurde am Montag einstimmig von allen 47 Mitgliedern des Menschenrechtsrats verabschiedet. Sie war von 37 europäischen Ländern sowie Kanada und Chile eingebracht worden.

In der Resolution heißt es zur Begründung, in dem Land sei ein "System aus Diskriminierung, Segregation und Missachtung der Menschenwürde institutionalisiert" worden. Die Missstände seien "untragbar und ungerechtfertigt" und müssten "das Gewissen der Menschheit erschüttern".

F.dGiugiaro--LDdC