"Ein Held für die ganze Welt": Netanjahu lädt Piloten des Flydubai-Flugs zu Nationalfeiertag ein
"Sie sind ein Held für die ganze Welt": Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den indischen Piloten der Flydubai-Maschine für seine Rolle bei der Vereitelung eines mutmaßlichen Anschlags gerühmt. Auch trug er dem Piloten des vorwiegend mit israelischen Passagieren besetzten Flugzeugs eine außergewöhnliche Ehre an: Smit Machchhar solle im kommenden Mai die Fackel zum israelischen Nationalfeiertag entzünden, sagte Netanjahu in einem am Samstag veröffentlichten Video.
Der Pilot solle die Fackel zusammen mit dem indischen Premierminister Narendra Modi entzünden, sagte Netanjahu. Diese Rolle ist normalerweise israelischen Staatsbürgern vorbehalten.
Machchhar war laut eigener Schilderung am Mittwoch während des Flugs von Dubai nach Israel vom Copiloten im Cockpit mit der Rettungsaxt angegriffen worden. Er schaffte es jedoch, schwer verletzt mit letzter Kraft die Cockpittür zu öffnen. Passagiere konnten daraufhin den Angreifer überwältigen. Ermittlern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zufolge plante der Mann einen "Terrorakt".
"Sie sind ein wahrer Held der tapferen Völker Indiens und Israels, und Sie sind ein Held für die ganze Welt", sagte Netanjahu dem in den Vereinigen Arabischen Emiraten im Krankenhaus liegenden Piloten in einem Telefonat, wie ein von seinem Büro veröffentlichtes Video zeigte. Am Donnerstag hatte bereits der indische Regierungschef Modi den Piloten als "Helden" bezeichnet. Indien ist einer der wichtigsten internationalen Partner Israels.
Zum Ablauf des Angriffs sagte Machchhar, der Copilot habe um Erlaubnis gebeten, ein Gebet abzuhalten, was nicht ungewöhnlich sei. Während der Copilot betete, schaute Machchhar demnach "aus Respekt nach vorne und nicht nach hinten". Nach vier bis fünf Minuten habe er plötzlich einen heftigen Schlag auf den Hinterkopf gespürt.
"Mein erster Gedanke war, dass das Flugzeug beschädigt war und etwas nicht stimmt", sagte Machchhar. "Aber dann folgten weitere Schläge. Da wurde mir klar, dass es nicht am Flugzeug lag, sondern an dem anderen Typen, der mit mir im Cockpit saß."
Er habe es trotz seiner Verletzungen geschafft, die Cockpittür aufzureißen, "aber ich glaube, er hat sie wieder zugemacht", sagte Machchhar. Dann habe er alles gegeben, mit letzter Kraft die Tür wieder aufgerissen "und zum Glück warteten dort Leute", berichtete der Pilot.
Israelische Passagiere konnten den Copiloten überwältigen, eine zweite Crew an Bord landete die Maschine mit 166 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern dann sicher in Saudi-Arabien. Der Angreifer befindet sich in den Emiraten in Gewahrsam.
Der Generalstaatsanwaltschaft der Emirate, Hamad Saif al-Schamsi, teilte am Samstag aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse mit, der Copilot habe einen "Terrorakt" geplant. Angaben zum Motiv der Tat machte der Generalstaatsanwalt nicht. Es werde weiter ermittelt.
Vor der Mitteilung des Generalstaatsanwalts hatten mehrere Medien wie unter anderem das "Wall Street Journal" berichtet, der aus dem Oman stammende Copilot habe dort aufgrund extremistischer Ansichten nicht mehr fliegen dürfen. Kreise aus Saudi-Arabien bestätigten der Nachrichtenagentur AFP, dass der Mann Omaner sei. In mehreren Medien wurde er als Hamam al-Hammami identifiziert.
Laut dem US-Sender CNN hatte der Mann im vergangenen Jahr aufgrund von Bedenken hinsichtlich extremistischer Ansichten seine Stelle bei Oman Air verloren, der nationalen Fluggesellschaft des Oman. Danach habe er sich erfolglos bei der Fluggesellschaft Emirates beworben und sei schließlich zu Flydubai gegangen.
Der saudiarabische Nachrichtensender Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf eine informierte Quelle, die Behörden im Oman hätten festgestellt, dass der Copilot extremistische Ansichten vertrete. Der Mann habe sich auch eine Zeit lang in Syrien aufgehalten, was die Sorge geweckt habe, er könne dort von radikalen Gruppen beeinflusst worden sein.
Der US-Sender ABC News berichtete unter Berufung auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, der Verdächtige sei bereits während seiner Ausbildung im Besitz extremistischer Materialien gewesen.
Netanjahu hatte dem US-Sender Fox News gesagt, Israel werde prüfen, wie der Mann die erforderlichen Sicherheitsvoraussetzungen für Flüge nach Israel habe erfüllen können. "Wir haben Einschränkungen, laut denen man keine Piloten aus Ländern haben darf, die keine diplomatischen Beziehungen mit Israel unterhalten."
Am Samstag landete laut der Website des Flughafens Ben-Gurion der erste israelische Flug aus den Vereinigten Arabischen Emiraten seit dem Angriff in Tel Aviv. Flydubai hatte seine Verbindung nach dem Angriff ausgesetzt.
A.Falzon--LDdC